TILIA ist ein interdisziplinäres, auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt an der Hochschule für Musik Freiburg in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen. Im Zentrum steht die Entwicklung eines Spiels zur Unterstützung des häuslichen Übens im Instrumentalunterricht.
Instrumentalunterricht endet nicht mit der Unterrichtsstunde. Ob Kinder dranbleiben, Fortschritte machen und Freude am Musizieren entwickeln, entscheidet sich oft zu Hause. Gerade jüngere Kinder brauchen beim Üben Struktur, Ermutigung und verlässliche Begleitung.
Doch nicht alle Eltern können diese Rolle gleichermaßen übernehmen. Manche wissen nicht genau, wie sie helfen können, andere haben wenig Zeit oder keine eigene musikalische Erfahrung. Dadurch entstehen Unterschiede in den Lernchancen von Kindern, obwohl sie denselben Unterricht besuchen. Wo Unterstützung fehlt, geraten Motivation und Übepraxis oft ins Stocken.
TILIA beschäftigt sich deshalb mit einer zentralen Frage: Wie können Eltern so angesprochen und aktiviert werden, dass sie das häusliche Üben ihrer Kinder wirksam und mit vertretbarem Aufwand begleiten können?
TILIA steht für „Teilhabe am Instrumental-Lernen durch Interaktive Aktivierung“. Der Name verweist zugleich auf die Linde als Symbol für Gemeinschaft und Austausch. Damit ist ein zentrales Anliegen des Projekts benannt: Instrumentallernen wird nicht nur als individuelle Leistung verstanden, sondern als sozial eingebetteter Prozess, der von Beziehung, Begleitung und Teilhabe lebt.
Geleitet wird das Projekt von Johannes Knoll an der Hochschule für Musik Freiburg. Gemeinsam mit einem Team erfahrener Instrumentalpädagog*innen und in Kooperation mit der Hochschule Furtwangen werden spielebasierte Wege entwickelt, um Eltern beim häuslichen Üben ihrer Kinder wirksam zu unterstützen.
Ausgangspunkt ist die Frage, wie Eltern in ihrer wichtigen Rolle beim häuslichen Üben nicht nur informiert, sondern tatsächlich motiviert und zur Mitgestaltung befähigt werden können. Dazu werden zunächst Perspektiven, Erfahrungen und Handlungsmuster von Familien untersucht. Darauf aufbauend entstehen gemeinsam mit der beteiligten Lehrkräftegruppe spielbasierte Ansätze, die erprobt und von Studierenden der Hochschule Furtwangen weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Formen der Unterstützung zu gestalten, die Orientierung geben, Motivation fördern und die Teilhabe am Instrumentallernen verbessern.
Mehr über das wissenschaftliche Vorgehen erfahren Sie auf der Seite Methodik. Informationen zu den beteiligten Personen und Institutionen finden Sie unter Team.